Workshops 2016

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Hier findet ihr eine Übersicht über die angebotenen Workshops 2016:

  Workshop-Leitung Workshop-Beschreibung
Block 1: Dienstag, 4.10, 13:00 – 16:00 Uhr
Symposium „ABC-Gefahren Stell‘ Dir vor es brennt und keiner geht hin…

Aktuell erntet der Bundesinnenminister viel Kritik für sein als „Panikmache“ beschimpftes Zivilschutzkonzept. Doch wie ist es in Zeiten des Terrors tatsächlich um unsere Sicherheit (auch im internationalen Vergleich) bestellt? Ich möchte euch die deutsche Sicherheitsarchitektur vorstellen und mit euch über deren Stärken und Schwächen diskutieren. Am Beispiel verschiedener Großschadenslagen dürft ihr euch dann selbst als Katastrophenschutzplaner der Landesinnenministerien versuchen und bekommt damit ein gutes Gefühl wo aktuell Handlungsbedarf besteht.

Vor diesem Hintergrund werden wir die Rolle des Ehrenamtes in den Rettungsdiensten, der Feuerwehr und dem THW besprechen. Lässt unsere moderne Industriegesellschaft überhaupt noch Platz für freiwilliges Engagement? Was passiert, wenn die Arbeit der Freiwilligen wegfällt? Und wie kann jeder Einzelne das Ehrenamt unterstützen ohne direkt z.B. in die Feuerwehr eintreten zu müssen? Natürlich dürft ihr auch jede andere Frage zum Thema gerne loswerden!
Der Dozent: Stephan Vogt promoviert in Chemie an der Universität Siegen und ist Urheber mehrerer neuartiger Konzepte an der Schnittstelle von Katastrophenschutz und Universität. Eines dieser Konzepte wurde jüngst vom Bundesinnenminister als besonders vorbildlich ausgezeichnet.

Stephan kann auf mehr als 11 Jahre aktiven Einsatzdienst bei der Feuerwehr und neun Monate Zivildienst beim Rettungsdienst zurückblicken.

 

Ingo Rohlfs Ein Schlüssel für Nachhaltigkeit im Verkehr: Die Überwindung moderner Mythen

Verkehr – ein scheinbar alltäglich und sattsam bekanntes Thema. Tatsächlich werden sowohl die Entscheidungen der Verkehrsteilnehmer, als auch die der Planer unbewusst, aber äußerst wirkmächtig von modernen Mythen bestimmt. Diese sind überwiegend dem Ziel der Nachhaltigkeit direkt entgegengesetzt. Die Beschäftigung mit den Mythen stellt daher einen völlig unterschätzten

Hebel zur Generierung von Nachhaltigkeit dar, und zwar nicht nur beim Verkehr.
In diesem Workshop werden zunächst Werkzeuge zum Erkennen von Mythen an einigen praktischen Beispielen vorgestellt. Danach sollen kreativen Wege entwickelt und geprüft werden, dunkle Mythen aufzulösen oder fruchtbar werden zu lassen.

 

Cradle to Cradle e.V. Regionalgruppe Tübingen Cradle to Cradle – Umdenken für einen positiven Fußabdruck

Das Kreislaufwirtschafts- und Qualitätskonzept „Cradle to Cradle“ (C2C) steht für kontinuierliche Stoffkreisläufe und positiv definierte Materialien, die für Mensch und Umwelt gesund oder wenigstens unschädlich sind. Dies umfasst die Nutzung erneuerbarer Energien, um Kreisläufe zu ermöglichen.Nur die „Vermeidung und Verwertung von Abfällen“ ist noch keine Lösung. Stattdessen sollten alle Produkte von Anfang an für den biologischen oder technischen Kreislauf entworfen werden.Der Workshop versteht sich als Einführung in C2C und möchte zur weiteren Beschäftigung mit dem Thema einladen. Diskussion und Inputs der Teilnehmer*innen sind erwünscht.

Wir haben 2012 den gemeinnützigen Cradle to Cradle e.V. gegründet, um die Cradle to Cradle Denkschule in die Mitte der Gesellschaft zu bringen. Warum? Weil wir die enormen Herausforderungen von heute und morgen nur mit einem kulturellen und gesellschaftlichen Wandel lösen können. Kern dieses umfassenden Wandels ist ein anderes Menschenbild, bei dem wir uns als Nützlinge auf der Erde sehen.
Weitere Infos findet ihr auf den Seiten des C2C-Vereins www.c2c-ev.de oder auf der Facebook-Seite www.facebook.com/C2C.eV

 

Solawi Tübingen & studium oecologicum Solidarische Landwirtschaft – Was ist das?

Die gängigen Marktwirtschafts-Modelle scheinen an ihre Grenzen zu kommen. Dies zeigt sich insbesondere in der Landwirtschaft, wo es immer schwieriger wird, unter Preisdruck und mit begrenzten Ressourcen langfristig für alle gute und erschwingliche Lebensmittel zu produzieren. Das wirft Fragen auf und fordert geradezu heraus, nach Alternativen zu suchen. Seit 2011 erfährt das Modell der Solidarischen Landwirtschaft (kurz Solawi) eine starke Verbreitung. In Deutschland sammeln mehr als 100 Solawi-Initiativen – davon 4 im Raum Tübingen-Stuttgart. Erfahrungen: – mit einer Ökonomie, die sich vom Preisdruck abkoppelt, – mit lokalem und saisonalem Lebensmittelanbau, – dass gemeinsam Verantwortung übernehmen Spaß macht, – dass naturnahes und sortenvielfältiges Produzieren möglich ist, – dass Transparenz zum Mitgestalten einlädt, – dass Gemeinschaft und Wertschätzung ein großes Potential darstellen. In diesem Workshop werden wir uns theoretisch in das Thema einarbeiten, es gemeinsam diskutieren und reflektieren.

Solawi Tübingen ist 2013 gegründet und befasst sich im Kern ihrer Aktivitäten mit einem alternativen Konzept eines anderen Wirtschaftens. Das studium oecologicum ist ein Lehrangebot zur nachhaltigen Entwicklung für Studierende aller Fachrichtungen und bietet bis zu 25 Kursen / Semester.

 

Christina Alff Gescheites Geld fairändert die Welt

Weltweite Finanzströme, für die es kaum Kontrollen gibt. Milliardengewinne auf Währungsspekulationen, die ganze Volkswirtschaften ruinieren: Die Welt des Geldes ist undurchschaubarer geworden. Seit den großen Finanzskandalen machen sich jedoch mehr Menschen Gedanken über den Umgang mit Geld.Investitionen in Rüstung, Gentechnik, Kohleindustrie, Palmölplantagen und andere Wirtschaftsbereiche versprechen teilweise hohe Renditen für die AnlegerInnen. Gerade grüne und nachhaltige Geldanlagen sind im Trend, doch halten diese Anlagen das was sie versprechen?Im Workshop diskutieren die TeilnehmerInnen die Stärken und Schwächen ausgewählter Angebote und überlegen sich welche Fragen sie den jeweiligen Anbietern stellen würden, um genauere Information über das Produkt zu erhalten.
Abschließend wird Oikocredit als Finanzintermediär vorgestellt und gezeigt, dass mit dem „ungerechten Mammon“ auch sehr viel Segensreiches entstehen kann.

Die internationale Genossenschaft Oikocredit – „in Menschen investieren“ – vergibt seit 40 Jahren Darlehen an Mikrofinanzinstitutionen und landwirtschaftliche Genossenschaften in rund 60 Ländern des globalen Südens. Projekte aus Bolivien und Indien werden exemplarisch vorgestellt.

 

Rethinking Economics Die Eurokrise – Wie könnte eine nachhaltige Lösung aussehen?

Seit über sechs Jahren, als einige ihrer Mitgliedsstaaten in Zahlungsschwierigkeiten gerieten, wird die Eurozone von einer schwerwiegenden Krise heimgesucht. Das Krisenmanagement der Troika aus EU-Kommission, EZB und IWF konnte bisher nicht die erwünschte Wirkung erzielen, von einem absehbaren Ende der Krise kann keine Rede sein. Es stellt sich die Frage, ob die richtigen Maßnahmen nur noch nicht ihre volle Wirkung entfalten konnten oder ob die sie selbst teil des Problems geworden sind. Die Antwort ergibt sich logischerweise aus einer Analyse der Ursachen und Natur der Krise.

Im Workshop werden wir verschiedene Interpretations-Ansätze diskutieren. Dabei wollen wir insbesondere auf den Problemkomplex unausgeglichener Handelsbeziehungen zwischen verschiedenen Ländern eingehen. Hieran anknüpfend werden wir außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte in einem größeren Kontext betrachten und fragen, inwiefern sich über die Eurozone hinaus wichtige Erkenntnisse für ein optimales Design der Weltwirtschaft als Ganzer ergeben. Der Workshop setzt kein wirtschaftswissenschaftliches Vorwissen voraus und ist allgemeinverständlich gehalten.

Rethinking Economics, Tübingen ist eine Studierendeninitiative, die sich für einen pluralen und interdisziplinären Ansatz in Lehre und Forschung der Wirtschaftswissenschaft einsetzt und zu einer informierten und kritischen gesellschaftlichen Debatte über Wirtschaftspolitik beitragen möchte.

you-manity Tübingen e.V. Entwicklungszusammenarbeit – eine Einführung in Chancen und Scheitern

Was ist Entwicklungszusammenarbeit? Was kann sie leisten? Wo kann sie schaden? Wie kann man sie verbessern? In diesem Workshop wollen wir versuchen gemeinsam diese Fragen zu beantworten. Wir wollen eine Einführung in wichtige Begriffe, Akteure, Methoden und Theorien von Entwicklungszusammenarbeit bieten wodurch alle Teilnehmer ein Grundverständnis von EZ erlangen sollen. Dies alles, um am Schluss darüber zu diskutieren, ob, wo und wie jeder von uns selbst aktiv werden kann.

Die Ziele des Workshops sind, ein eigenes Verständnis von dem Begriff „Entwicklung“ zu erarbeiten, Kritik an der aktuellen Verwendung des Begriffs kennenzulernen und Perspektiven für eigenes konkretes Engagement entwickeln.

you-manity wurde 2009 in Tübingen von eine Gruppe Studierender gegründet, sie sich mit den Bereichen humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit auseinander setzen wollten. Seitdem trifft sich you-manity Tübingen e.V. regelmäßig im Semester – um eigene Projekte und Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, sich über den weiten Themenkomplex der globalen Gerechtigkeit zu informieren und um das Netzwerk zu fördern. 2011 wurde die Gruppe zudem mit dem “Sonderpreis für studentisches Engagement” der Universität Tübingen ausgezeichnet. Die momentanen Themenschwerpunkte von you-manity sind Humanitäre Hilfe, Migration/Flüchtlinge und Global Health

 

Block 2: Mittwoch, 5.10., 13:00 – 16:00 Uhr
PapierPilz e.V. (Praxis-Workshop) Kreatives Prä-Recycling mit PapierPilz e.V. – Müll ist Material am falschen Ort

Zu Beginn bereiten wir euch auf die magische Metamophose vom Homo sapiens zum Pilziensis papierus vor und berichten über die Produktion von Papier, ihre Folgen & die Umstände des Recyclings. Dann gibt es eine kleine Geschichte zur Ontogenese (Individualentwicklung) & Phylogenese (Stammesentwicklung) des PapierPilzes in Tübingen und ein paar Moralsporen zum Naschen. Im Praktischen Teil füttern wir euch. Aus Pizzakartons, alten Kalendern & einseitig bedrucktem Papier metabolisiert jede teilnehmende Hyphe gemeinsam mit uns ihr eigenes nachhaltiges & voll tolles Schreibmaterial für den täglichen Gebrauch. Kreativ und einzigartig! Auch werden wir aus alten Tetrapacks Geldbeutel basteln. JUHU Upcycling! Habt ihr noch tolle Ideen auf Lager? Packt sie & das benötigte Material mit in euer Gepäck & ab zum Workshop!
Die kleine Hyphe Nimmersatt entschließt sich kurzerhand doch statt sich alleine zu vermehren mit einer zweiten zu verkehren um sich gemeinsam zu ernähren und so entsteht ganz recht ein phänomenales PapierPilz-Geflecht!

Wer wir sind wer wir waren: Ganz am Anfang waren wir Gökçe, Astrid, Philipp und Klaus. Damals waren wir insgesamt 6,96m groß und 107 Jahre alt. Wer wir jetzt sind (außer Helden): Später sind wir gewachsen, bis wir beinahe unendlich riesengroß waren und sind mittlerweile ein gemeinnütziger Verein mit bald zwanzig Mitgliedern. Gerade sind viele in die Ferne gewachsen & wir freuen uns über frische Fische. Was wir tun: wir sammeln Fehlkopien und Papierabfälle… wie bitte? wir sammeln Fehlkopien und Papierabfälle, ist doch klar. Und binden diese wieder zu Spiralblöcken zusammen, mit denen ihr dann wieder arbeiten könnt. Ah ja. ja. genau. und weiter? weiter? Ja, was soll das bringen? Also uns bringt das zunächst mal den Spaß am Einsatz für eine Supersache™. Euch bringt das einen tiefen Einblick in die Wegwerfwelt der Wissenschaft und müllästhetische Arbeitsmaterialien für euren Alltag als studenten, schriftsteller, maler und menschen. und der natur… bringt’s auch was.

 

Holger-Andreas Elsner Nachhaltige Entwicklung beginnt in unserem Denken

Der Paradigmenwechsel hin zu sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit beginnt in unserem Denken. Einstein wies mit seinem berühmten Zitat „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind“ darauf hin. Beim Workshop geht es um das Potenzial und die Umsetzung dieser „neuen“ Denkweise. Studierende können als künftige potenzielle Führungskräfte wesentliche Impulse an den neuralgischen Positionen in den Unternehmen setzen. Hierzu müssen sie zunächst selbst für sich die Potenziale entdecken und Qualitäten entwickeln, die sie zu einflussreichen und erfolgreichen Akteuren in diesem Berufsumfeld machen wird. Nur dann wird es ihnen gelingen ihre Visionen im Späteren als vorbildhafte Führungskraft verkörpern und umsetzen zu können. Der Workshop erläutert die hierfür entscheidenden Qualitäten Intuition, Empathie, Charisma, Führungsstärke und Begeisterungsfähigkeit. Sie machen den Unterschied zwischen Topmanagern und Mitarbeitern. Studierende werden im Wirtschaftsleben erfolgreicher sein, wenn sie sie bereits vor Eintritt in das Berufsleben entwickeln. Der Workshopleiter spricht aus eigener 20jähriger Erfahrung in leitenden Positionen  (u.a. Daimler AG, Unicredit und Investmentbanking).

Zum Workshop-Leiter: Holger-Andreas Elsner ist Ex-Investmentbanker, Autor, Redner, Seminarleiter. Er gibt Schulung von Führungskräfte und Vorträge u.a. für Munich Re, dm drogerie-markt.

 

Effektiver Altruismus Effektiver Altruismus – mit Wissenschaft und Rationalität zu einer besseren Welt

Extreme Armut, Massentierhaltung oder Klimawandel stehen beispielhaft für enorme Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Zahlreiche gegenwärtig und zukünftig existierende Individuen sind von diesen globalen Problemen betroffen. Wie können wir unsere leider begrenzten Ressourcen so einsetzen, dass wir nicht nur etwas, sondern möglichst viel helfen?
Der Effektive Altruismus ist eine wachsende Bewegung mit dem Ziel, die Welt für alle empfindungsfähigen Lebewesen in größtmöglichem Maße zu verbessern. Auf Basis wissenschaftlicher Methoden und rationaler Denkweisen soll dabei herausgefunden werden, durch welche konkreten Maßnahmen die beste Wirkung erzielt werden kann.
Im Workshop wollen wir grundlegende effektiv-altruistische Konzepte kennenlernen, wobei der Fokus unter anderem auf dem Thema Entwicklungszusammenarbeit liegen wird.Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, zu einer besseren Welt für alle empfindungsfähigen Lebewesen beizutragen. Unsere Gruppe versucht herauszufinden, welche dieser Wege am meisten bewirken. Konkret wollen wir Ideen, Denkanstöße sowie wissenschaftlich fundierte Informationen, die Helfen effektiver machen, kennenlernen, weitertragen und diskutieren. Dies geschieht einerseits durch Meetups, bei denen wir uns in lockerer Atmosphäre gegenseitig Themen vorstellen und uns darüber austauschen, andererseits beispielsweise durch Durchführung von Workshops oder das gemeinsame Besuchen von Konferenzen.

Wir sind eine Lokalgruppe der Bewegung des Effektiven Altruismus und sind im Herbst 2015 in Tübingen entstanden.

 

Sabine Maier Intersektionalität – die Verstrickung von globalen Machtverhältnissen

Soziale Nachhaltigkeit ist untrennbar mit sozialer Gerechtigkeit verbunden. Dazu gehört, sich über die verschiedenen Machtmechanismen bewusst zu werden, die Menschen unterdrücken und ausschließen, und wie diese zusammenspielen.

Feministinnen of Color kritisieren seit Jahrzehnten, dass weißer Feminismus Frauen als Gruppe mit einheitlichen Erfahrungen und Interessen darstellt, ohne Faktoren wie Rassismus, soziale Klasse, körperliche Beeinträchtigungen, etc. zu berücksichtigen. So werden feministische Anliegen beispielsweise immer wieder für rassistische Diskurse und Politikeninstrumentalisiert.

In diesem Workshop soll das Konzept der Intersektionalität vorgestellt werden, das als Werkzeug dienen kann, um das Zusammenspiel und die Erscheinungsformen von strukturellen Macht- und Unterdrückungsmechanismen zu erfassen. Anhand interaktiver Methoden wollen wir unsere eigenen Verortungen in globalen Machtverhältnissen kritisch reflektieren.

Sabine P. Maier, M.A. ist Sozialwissenschaftlerin mit dem Schwerpunkte Lateinamerika und Gender Studies.

 

Rethinking Economics Dimensionen der Ungleichheit in der Westlichen Welt

In den letzten Jahrzehnten konnten große Erfolge bei der Bekämpfung der Armut in den Ländern des Globalen Südens verzeichnet werden. In den entwickelten Industriestaaten geht im gleichen Zeitraum die Schere zwischen Arm und Reich jedoch stark auseinander.

Mittlerweile ist das Problem der zunehmenden Ungleichverteilung auch in der öffentlichen Debatte sehr präsent. Das ist nicht zuletzt dem französischen Ökonom Thomas Piketty zu verdanken, der mit “Das Kapital im 21. Jahrhundert” die erste großangelegte Studie zur Geschichte und Theorie der Vermögensverteilung vorlegte und damit einen vielbeachteten Bestseller-Erfolg landen konnte.

Im Workshop wollen wir uns dem Thema Ungleichheit aus verschiedenen Perspektiven nähern. Zum einen werden wir Pikettys Thesen und die Einwände seiner Kritiker analysieren. Dabei wird die Frage im Mittelpunkt stehen, ob, und wenn ja warum, Ungleichheit problematisch ist – ob sie etwa mit den Zielen sozialer Nachhaltigkeit vereinbar ist – und was gegebenenfalls dagegen unternommen werden kann. Zum anderen soll ein weiterer wichtiger, von Piketty nur am Rande berücksichtigter Faktor beleuchten werden: der Übergang zwischen zwei grundlegend unterschiedlichen Wirtschaftsordnungen, Keynesianismus und Neoliberalismus, der seit den 1980er Jahren zu beobachten ist und der nach Meinung vieler Experten einen entscheidenden Anteil an der beobachteten Dynamik hat.

Rethinking Economics, Tübingen ist eine Studierendeninitiative, die sich für einen pluralen und interdisziplinären Ansatz in Lehre und Forschung der Wirtschaftswissenschaft einsetzt und zu einer informierten und kritischen gesellschaftlichen Debatte über wirtschaftspolitische Themen beitragen möchte.

 

Bastian Knautz Die Flüchtlingskrise als eine Krise der europäischen Entscheidungsverfahren? Das Beispiel Asylpolitik

Die Flüchtlingskrise ist eine der großen und drängendsten Probleme unserer Zeit, mehr als 65 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Die Krise wird nicht kurzfristig zu lösen sein, sondern bedarf eines langfristigen und nachhaltigen Lösungskonzepts. In Bezug auf Lösungsansätze für die große Flüchtlingskrise sprechen Medien und führende Politiker oft davon, dass diese Krise nur „europäisch“, also gemeinsam mit allen Mitgliedstaaten innerhalb der Europäischen Union gelöst werden kann. Doch trotz verschiedener Versuche kam eine europäische Lösung, abgesehen von dem umstrittenen Flüchtlingspakt mit der Türkei, bisher nicht zustande. Ein nachhaltiges Konzept zur langfristigen Bewältigung einer derartigen Krise, die über kurzfristige Einmalmaßnahmen hinausgeht, ist nicht erkennbar.

Warum ist es so schwierig, auf europäischer Ebene zu einer Lösung zu kommen? Wie sehen Zuständigkeiten und Abstimmungsprozesse auf der Ebene der EU aus? Was sagen die Unstimmigkeiten und Streitereien in Bezug auf die Flüchtlingskrise über den allgemeinen Zustand der Europäischen Gemeinschaft aus? Ist das Schengener Abkommen wirklich nicht mehr zu retten und was passiert mit dem Dubliner Abkommen (Dublin III)? Wie kann eine nachhaltige gemeinsame Asylpolitik auf europäischer Ebene aussehen?

Diese Fragen sollen im Workshop diskutiert und der Versuch einer Beantwortung unternommen werden. Ausgehend von der Betrachtung des institutionellen Systems der EU und der Erörterung des Gesetzgebungsprozesses wird die Frage der Asyl- und Flüchtlingspolitikpolitik im europäischen Rahmen erörtert. Dabei soll anhand einer praktischen Auseinandersetzung mit europäischen Entscheidungsprozessen nachvollzogen werden, wie schwierig und komplex Entscheidungen und Gesetzgebungsprozesse im multilateralen Rahmen sind und diskutiert werden, wie eine erfolgreiche und nachhaltige Asylpolitik auf europäischer Ebene aussehen könnte.

Bastian Knautz ist Doktorand im Bereich der europäischen Integrationshistoriographie am Historischen Seminar der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

 

Herbert Löhr Im Windschatten der Globalisierung – TISA (Trade in Services Agreement), ein Freihandelsabkommen für Dienstleistungen

Überlagert seit der mehr als zwei Jahren geführten öffentlichen Auseinandersetzung über die Freihandelsabkommen CETA (EU-Kanada) und TTIP (EU-USA) finden hinter verschlossenen Türen seit Februar 2012 in der australischen Botschaft in Genf unter Beteiligung der USA, der EU und 21 weiteren Ländern die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen für Dienstleistungen, abgekürzt TISA, statt.

Dieses politische Projekt verdient eine viel größere öffentliche Beachtung und Diskussion, können doch die Auswirkungen dieses Abkommens für den Bürger unmittelbarer und von noch größerer Tragweite als die umstrittenen Abkommen CETA und TTIP sein. Denn mit TISA stehen alle Dienstleistungen der öffentlichen Daseinsvorsorge zur Disposition. Das betrifft Wasser-und Energieversorgung ebenso, wie das Bildungs-und Gesundheitswesen. Das Referat geht auf die lange Vorgeschichte von TISA ,die beteiligten Akteure und die möglichen Auswirkungen auf demokratische Prozesse ein. Diese Informationen sollen zur Diskussion über die zukünftige Gestaltung unserer Gesellschaft anregen und beitragen.

 

Block 3: Donnerstag, 6.10., 10:00 – 13:00 Uhr
you-manity Tübingen e.V. Globale Gesundheit – Von Armut, Ungleichheit und sozialer Gerechtigkeit

Stell dir vor, du steigst in die U-Bahn und innerhalb weniger Stationen sinkt die durchschnittliche Lebenserwartung der Bewohner um mehr als 10 Jahre. Unsere Welt ist geteilt. Nicht nur in arm und reich, sondern auch darin, wie Gesundheit und Krankheit Menschen in deren Selbstverwirklichung bestimmt. Diese Gräben ziehen nicht mehr nur zwischen reichen und armen Ländern, sondern auch mitten durch unsere Gesellschaft. In dem Seminar wollen wir uns mit Ausmaß und Ursachen der ungleichen Verteilung von Krankheit und Gesundheit auf globaler, nationaler und lokaler Ebene beschäftigen. Und dem Konflikt zwischen freier Entscheidung von Individuen, Verantwortung von Staaten und Rechten der Gesellschaft. Dabei soll es weniger um Medizin, als vielmehr um Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gehen.

you-manity wurde 2009 in Tübingen von eine Gruppe Studierender gegründet, sie sich mit den Bereichen humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit auseinander setzen wollten. Seitdem trifft sich you-manity Tübingen e.V. regelmäßig im Semester – um eigene Projekte und Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, sich über den weiten Themenkomplex der globalen Gerechtigkeit zu informieren und um das Netzwerk zu fördern. 2011 wurde die Gruppe zudem mit dem “Sonderpreis für studentisches Engagement” der Universität Tübingen ausgezeichnet. Die momentanen Themenschwerpunkte von you-manity sind Humanitäre Hilfe, Migration/Flüchtlinge und Global Health

 

Frauen helfen Frauen e.V. Tübingen Informationsveranstaltung zum Thema Häusliche Gewalt

Wir wollen die Studierenden durch die Informationsveranstaltung für das Thema häusliche Gewalt sensibilisieren und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Zudem können die TeilnehmerInnen der Informationsveranstaltung als VermittlerInnen zur Beratungsstelle dienen. Das senkt die Hemmschwelle der betroffenen Frauen zur Annahme von Hilfe.

Unser gemeinnütziger Verein Frauen helfen Frauen e.V. Tübingen ist seit 35 Jahren in der Anti-Gewalt-Arbeit in Tübingen aktiv. Seit 1982 bieten wir Frauen und ihren Kindern Schutz und Hilfe im Autonomen Frauenhaus. Des Weiteren bieten wir in der Beratungsstelle Häusliche Gewalt Unterstützung für Frauen in Misshandlungsbeziehungen, ebenso bei Stalking oder drohender Zwangsverheiratung. Die Beratungsstelle Häusliche Gewalt existiert seit 13 Jahren. Die Interventionsstelle ist für Fälle von Wohnungsverweisen bei Häuslicher Gewalt zuständig und wird im Januar 2016 ihr 10-jähriges Bestehen feiern. Die im Juli 2015 gegründete Beratungsstelle für Opfer von sexualisierter Gewalt für Männer und Frauen bildet das vierte Standbein des Vereins Frauen helfen Frauen e.V.

Viva con Agua (Praxis-Workshop) Ich sehe Was(ser), das Du nicht siehst! – ein Planspiel von Viva con Agua

Virtuelles Wasser ist die Wassermenge, die für die Herstellung eines Produkts anfällt – daher steckt es in all unseren Konsumprodukten. Virtuelles Wasser wird in Deutschland konsumiert, jedoch (häufig) nicht in Deutschland verbraucht. Dementsprechend ist uns der Verbrauch dieses Wassers in der nördlichen Hemisphäre oftmals nicht bewusst. Es sollte jedoch eine nachhaltige Nutzung von Konsumgütern mit hohem virtuellem Wasseraufwand angestrebt werden.
Daher wollen wir ein Planspiel zum Thema „Virtuelles Wasser“ mit Euch durchführen.
Es geht um das beispielhaft dargestellte Land Tonka, in welchem der Wasserkreislauf wunderbar funktioniert. Durch Störfälle jedoch gibt es Eingriffe, welche das Gleichgewicht verändern. Diese Störfälle müssen durch richtigen Umgang von den Teilnehmenden, welche Wasserwerk, Bevölkerung, Agrarwirtschaft und Industrie spielen, gemeinsam bewältigt werden. Ihr sollte Euch mit der Problematik des virtuellen Wasserverbrauchs auseinandersetzen, vorallem unter Hinblick auf die Thematik in wasserarmen Staaten. Zu welchem Ergebnis dies führt, ist dabei Euch überlassen.

Die Wasserinitiative Viva con Agua ist für das Sammeln von Pfandbechern bei Veranstaltungen wie Festivals oder Konzerten bekannt. In Kooperation mit der Welthungerhilfe werden dabei in Ländern des globalen Südens Wasser-, Sanitär, und Hygieneprojekte umgesetzt. In Deutschland wollen wir durch Bildungsarbeit für die weltweite Wassersituation sensibilisieren.

 

Tobi Rosswog / living utopia Eine geldfreie Gesellschaft im Bau … oder Wege und Herausforderungen in ein neues Miteinander!

Geld regiert die Welt“ heißt es … Täglich denken wir daran und haben damit zu tun. Fast jede soziale Interaktion ist dadurch bestimmt. Aber macht Dir das Freude? Erfüllt Dich das Streben nach Geld mit Sinn? Was motiviert Dich eigentlich aktiv zu sein?

Diese Fragen hat sich der Mitweltpädagoge, Aktivist und Speaker Tobi Rosswog gestellt und entschied Anfang 2013 für zweieinhalb Jahre konsequent geldfrei zu leben.

Dabei machte er inspirierende Erfahrungen außerhalb von Selbstoptimierungswahn, Leistungsdruck und der Verwertungslogik. Sie motivieren ihn bis heute und geben Hoffnung, dass ein anderes Miteinander möglich ist.Aber: Inwiefern kann diese Idee auf die Gesellschaft als ganze übertragen werden? Können alle geldfrei leben?

Wie das aussehen könnte und welche Herausforderungen damit verbunden sein könnten, werden bei diesem interaktiven Workshop gemeinsam diskutiert.

 

Mehr Demokratie e.V. Bürger entscheiden mit! Chancen der direkten Demokratie in Zeiten der Alternativlosigkeit

Immer mehr Menschen wenden sich vom politischen System ab. Warum? Was können wir dagegen tun? – der Rechtspopulismus gewinnt an Stärke. Warum sinkt das Vertrauen in das demokratische System? Wir schaffen wir es Vertrauen zurückzugewinnen? Den Bürger/innen erscheint die heutige Welt zu komplex um selber politisch aktiv zu sein, lieber kümmert an sich um sein eigenes Leben und lässt die Politiker und Expert/innen machen. Wohin führt es wenn die Menschen sich nicht (mehr) verantwortlich fühlen? Ich finde Nachhaltigkeit gut und bin für faire Löhne, aber ich gehe trotzdem bei H&M einkaufen. Wie kommen wir mit den heutigen moralischen Dilemmata zurecht und können trotzdem versuchen Verantwortung zu übernehmen? Wie schaffen wir es wieder zu politisieren und auch junge Menschen für Politik zu interessieren? Wie schaffen wir es in Zeiten in denen neoliberale Sparpolitik zur Alternativlosigkeit ausgerufen wurde wieder Raum zu schaffen um Alternativen zu diskutieren? – all das sind Fragen und Themenkomplexe mit denen wir uns bei Mehr Demokratie beschäftigen!

Mehr Demokratie e.V. ist die größte Nichtregierungsorganisation für direkte Demokratie, sie agiert weltweit, überparteilich, gemeinnützig initiiert Kampagnen bietet Beratung und wissenschaftliche Auswertung an und erarbeitet Gesetzentwürfe zu Demokratiethemen. Aktuelle Themen sind u.a. die Einführung bundesweiter Volksbegehren und Volksentscheide, Reformen direkter Demokratie auf Kommunal- und Landesebene, Reformen des Wahlrechts und des Parlamentarismus und die Demokratisierung der Europäischen Union

 

Block 4: Donnerstag, 6.10., 14:00 – 17:00 Uhr
Tobi Rosswog / living utopia Nachhaltiger Konsum – geht das überhaupt?!

„Es gibt keine per se nachhaltigen Produkte und Technologien, sondern nur nachhaltige Lebensstile.“, sagt der Postwachstumsökonom und Nachhaltigkeitsforscher Prof. Dr. Niko Paech.

In diesem interaktiven Workshop werden wir uns gemeinsam über Themen wie Wegwerf- und Überflussgesellschaft, ökologischer Fußabdruck, virtuelles Wasser, graue Energie, Suffizienz und die Konsequenzen meines Konsums austauschen. Durch kleine Inputs mit Daten und Fakten sowie Gruppenphasen werden die Thematiken interaktiv vermittelt sowie eine Orientierung durch Messinstrumente der Nachhaltigkeit gegeben.Der Workshop soll vor allem auch das Weltbild des „grünen Wachstums“ und Konstrukte wie „Fortschritt“ und „Entwicklung“ kritisch reflektieren.Die steile These wird sein: „Geldfrei zu agieren, ist das Nachhaltigste, was Du tun kannst.“

Lasst uns zusammen reflektieren, wie alternative Lebensstile die Welt verändern können.

 

you-manity Tübingen e.V. Nachhaltiger Konsum – ein Widerspruch?

Bio, fairtrade, ökologisch, regional – fast überall begegnen uns diese Wörter inzwischen im Alltag. Ob Mode, Lebensmittel oder Technik – „grüne“ Produkte nehmen immer mehr Platz in unseren Geschäften ein. Was wir einkaufen und konsumieren wird mehr und mehr zu einer „ethischen“ Entscheidung.Doch was ist nachhaltiger Konsum und kann Konsum überhaupt nachhaltig sein? Welche Rolle spielt (nachhaltiger) Konsum in unserer Gesellschaft? Wo liegt die Verantwortung für unseren Konsum – in unserem eigenen Lebensstil oder unserem gesellschaftlichen und politischen Umfeld? In unserem Workshop wollen wir versuchen diese und andere Fragen zu beantworten. Gemeinsam mit euch wollen wir uns mit unterschiedlichen Dimensionen und Aspekten von Konsum und Konsumverzicht auseinandersetzen und kritisch darüber diskutieren.Der Workshop wird interaktiv mit euch gestaltet und jeder kann und soll seine eigenen Erfahrungen in die Diskussion mit einbringen.

you-manity wurde 2009 in Tübingen von eine Gruppe Studierender gegründet, sie sich mit den Bereichen humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit auseinander setzen wollten. Seitdem trifft sich you-manity Tübingen e.V. regelmäßig im Semester – um eigene Projekte und Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, sich über den weiten Themenkomplex der globalen Gerechtigkeit zu informieren und um das Netzwerk zu fördern. 2011 wurde die Gruppe zudem mit dem “Sonderpreis für studentisches Engagement” der Universität Tübingen ausgezeichnet. Die momentanen Themenschwerpunkte von you-manity sind Humanitäre Hilfe, Migration/Flüchtlinge und Global Health

 

you-manity Tübingen e.V. Umgang mit Geflüchteten: Im Spannungsfeld von staatlicher Souveränität, Humanität und dem Recht auf freie Wohnortwahl

Im Jahr 2015 verzeichnete der UNHCR erstmals seit Ende des Zweiten Weltkrieges über 60 Millionen Menschen, die auf der Flucht sind. Der Großteil bleibt als sog. IDPs (Internally Displaces Persons) innerhalb der eigenen Staatsgrenzen. Wenn auch anteilsmäßig wenig, so flieht in absoluter Zahl betrachtet, auch eine hohe Zahl an Personen in andere Staaten, um dort Schutz zu suchen und eventuell auch einen Asylantrag zu stellen. Während manche Staaten recht liberal Geflüchtete ins Land lassen, wehren sich andere Staaten vehement gegen die Aufnahme Schutzsuchender. Fragen drängen sich: Wer darf „rein“? Wer sollte „rein“ dürfen? Und unter welchen Bedingungen? In diesem Workshop möchten wir uns mit Fragen wie diesen beschäftigen und uns kritisch mit und in dem Spannungsfeld von staatlicher Souveränität, Humanität und dem Recht auf freie Wohnortwahl bezogen auf die aktuelle Flüchtlingssituation auseinandersetzen.

you-manity wurde 2009 in Tübingen von eine Gruppe Studierender gegründet, sie sich mit den Bereichen humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit auseinander setzen wollten. Seitdem trifft sich you-manity Tübingen e.V. regelmäßig im Semester – um eigene Projekte und Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, sich über den weiten Themenkomplex der globalen Gerechtigkeit zu informieren und um das Netzwerk zu fördern. 2011 wurde die Gruppe zudem mit dem “Sonderpreis für studentisches Engagement” der Universität Tübingen ausgezeichnet. Die momentanen Themenschwerpunkte von you-manity sind Humanitäre Hilfe, Migration/Flüchtlinge und Global Health

 

Wilde Linde (Praxisworkshop) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Amir Taha (Universität Tübingen, Englisches Seminar)

Nichts kommt uns näher als unsere Nahrung!

Wie könnte eine nachhaltige Agrarpolitik und Landwirtschaft in Zukunft aussehen? Kleinbäuerliche Strukturen, regionales Wirtschaften und Vernetzungen zwischen Produzenten und Konsumenten sind Teile der Lösung.

Urban Gardening bietet eine Möglichkeit auf städtischen, ungenutzen Flächen nachhaltigen und umweltschonenden Anbau von Nahrungsmitteln für jedermann zugänglich zu machen. In diesem Workshop wollen wir die Integration von Landwirtschaft und städtischer Lebensweise in die natürlichen Stoffkreisläufe durch Recycling von kompostierbaren Abfällen aufzeigen.

Der Gemeinschaftsgarten „Wilde Linde“ gründete sich letzten Herbst aus einer Initiative vom Tübinger Werkstadthaus und seit diesem Jahr werden hier verschieden Gemüse, Obst und Kräuter angebaut ohne Einsatz von synthetisch hergestellten Düngemitteln. Um die genutzen Flächen für die nächste Saison wieder fruchtbar zu machen, spielt die Aufbereitung der Böden eine wichtige Rolle. Boden als eine wertvolle Ressource zu betrachten und mit ihr einen nachhaltigen Umgang zu erlernen ist das Anliegen unseres Workshops.

„Die Zukunft fängt am Boden an.“

In unserem Praxisteil möchten wir verschiedene Methoden zum Erhalt fruchtbarer Böden vermitteln. Durch das Bauen einer Wurmkiste oder die Umsetzung der Kompostmiete zeigen wir in einzelnen Arbeitsschritten wie die Ressource Boden nachhaltig genutzt werden kann.
Zudem möchten wir in einer Diskussion gemeinsam erarbeiten wie globales Denken und lokales Handeln in Beziehung stehen, indem wir die beiden Dimensionen nicht getrennt betrachten, sondern das Große im Kleinen und das Kleine im Großen bewusst wahrnehmen und reflektieren. Wie hängen Stadtentwicklung, Ernährungsgerechtigkeit, Bodenökonomie, Recht auf Saatgut, Agrarpolitik in diesem Kontext zuammen?

 

 

Active Film Reading: A Glimpse into a Space of Meaning and Matter?

Film is a medium, often perceived in a rather passive way: may it be as documentary, publicity, or entertainment. Nevertheless, each image may implicate a range of ideological, social and economical presumptions. Content, and form and style work together very closely. This phenomenon sometimes seems to automatically create self-contained meaning. However, active viewing is not be aimed at separating the multiple aspects, but shedding light how their interdependencies work. Furthermore, Film as an art-form is indeed more than a set of technical devices. Rather it is a cultural practice on both levels: the level of production and the level of perception.
Indeed, with a few basic tools, active film reading empowers the viewer to look beneath the surface and open the perspective on the complex web of meanings and references the film is constructed of.

In this workshop, we are going to deal with Film from a post-materialist approach. It puts into focus the question, whichmeaning is ascribed to objects and substances. The title of films discussed will be announced shortly.

 

Block 3 & 4: Ganztägige Veranstaltungen, Donnerstag, 6.10, 10:00 – 17:00 Uhr (Exkursion zu VAUDE abweichend)
Streuobst-Solawi (Exkursion) Ein Tag mit der Streuobst-Solawi während der Hauptsaison

Die solidarische Landwirtschaft (Solawi) bietet Menschen spannende Wege, ihrenErnährungsalltag in jeglicher Hinsicht gemeinsam mit anderen nachhaltig zu gestalten und nötigesPraxiswissen zu stärken. Die Streuobst-Solawi wurde 2015 initiiert und erwirtschaftet aus dem wertvollen Obst unserer Landschaft und Streuobstwiesen ein ganzjähriges und vielfältiges Lebensmittelangebot. Gemeinsam entdecken wir Saisonalität und Regionalität, schaffen gute Beziehungen und entdecken das Obst in unserer Umgebung neu. Wir arbeiten mit erfahrenen Produzenten zusammen. Sie tragen die Hauptverantwortung, während du dich entsprechend deiner Interessen und Möglichkeiten mit Ideen und Tatkraft einbringst und all dies mit anderen teilen kannst. So gewinnen wir gemeinsam Einblicke, Wissen und die Fähigkeit, unsere Ernährung zu gestalten. Es entstehen Transparenz und Durchlässigkeit zwischen Konsum und Produktion, die sonst nicht möglich wären. Weltweit entstehen seit Jahren Solawis und schaffen ein Netzwerk kleinteiliger dezentraler Strukturen, die bäuerliche Landwirtschaft, nachhaltige Produktion, Beziehung und Wissensproduktion und somit Empowerment ermöglichen. Über das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft und das internationale CSA-Netzwerk sind wir weltweit vernetzt. Unser Workshop bietet dir Gelegenheit, einen Tag in der Hauptsaison dabei zu sein. Wir wollen gemeinsam ernten, Saft machen/mosten, dörren u.ä. Durch aktives Mitwirken, Fragen und Diskutieren lernst du die Idee näher kennen.

 

Neztwerk Blühende Landschaft, Regionalgruppe Tübingen (Exkursion) Ansprüche und Widersprüche – haben wir noch eine zweite Erde in der Hosentasche?

Handel und Gewerbe, Biobauern, Kliniken, StadtpanerInnen und nicht zuletzt NaturschützerInnen – alle melden Ansprüche an die Flächen in unserer Stadt, unserem Landkreis …an. In Interviews mit einigen dieser Akteure wollen wir herausfinden, wie(viele) diese(r) Ansprüche auf unserer Erde befriedigt werden können und welche Auswirkungen dies auf andere, auch entferntere Regionen hat. Wir wollen uns in die „Denke“ der jeweiligen Interessenvertreter einfühlen, aber auch die Interessen weit entfernter Menschen nicht außer Acht lassen. Wir wollen herausfinden: Wie kann ein fairer Interessenausgleich gelingen? Wer muss zurückstecken? Und was haben wir selbst für Möglichkeiten, privat oder in der Gemeinschaft etwas zu bewegen? Unser Workshop wird uns nach einer Vorbesprechung per Fahrrad in die Tübinger Umgebung, in die Stadtverwaltung, zu vertretern des Gewerbes und zu Naturschützern führen. Die gesammelten Erfahrungen tragen wir zusammen und versuchen, eigene und gemeinsame Wertungen und Lösungen zu erarbeiten. Vielleicht entsteht daraus eine kleine Präsentation für den Markt der Möglichkeiten? Der Workshop dauert einen ganzen Tag (10 – 16 Uhr, natürlich mit Mittagspause). Dafür werden wir aber tief in die Materie eintauchen.

Die Regionalgruppe Tübingen im Netzwerk Blühende Landschaft vermittelt Wissen und Praxis zum Erhalt bzw. zur Wiederherstellung blühender Wiesen und Gärten. Diese sind unabdingbare Voraussetzung für den Stopp des Verschwindens vieler Insekten (Wildbienen, Schmetterlinge, Schwebfliegenetc.). Diese Tiergruppen sind notwendig für die Bestäubung und Vermehrung vieler unserer Lebensmittel, und selbst Nahrungsgrundlage für Vögel und Kleinsäuger, wichtige Bausteine in den ökologischen Zusammenhängen. In unseren Sensenworkshops nutzen wir das Interesse der Teilnehmenden, auf die Zusammenhänge zwischen der Wiesennutzung, Blumen und Insektenaufmerksam zu machen und auf den Nutzen, den die Artenvielfalt auch für uns hat und eröffnen Handlungsmöglichkeiten, selbst etwas für die Artenvielfalt zu tun.

 

 

 

Radio Wüste Welle (Praxisworkshop) Radioworkshop Week of Links

Die Wüste Welle ist das einzige Freie Radio für die Region Tübingen, Reutlingen und Rottenburg. Die Wüste Welle ist ein selbstbestimmtes, offenes Medium insbesondere für Unbekanntes und oft Vergessenes in Wort und Musik.

Die Sendungen werden von Freiwilligen gemacht, die alle Teile der Gesellschaft repräsentieren. Frauen, Männer, Kinder, SeniorInnen, MigrantInnen – einfach alle, die Lust haben, machen hier werbefreie Sendungen in vielen Sprachen und zu unzähligen Themen. Die Wüste Welle steht für Offenheit und Unabhängigkeit im Äther.

Beim diesem Workshop kann sich jedeR anhand von praktischen Übungen und anleitenden Kurzvorträgen einen Überblick vom Radiomachen verschaffen, einfach mal reinschnuppern ist hier möglich. Im Vordergrund stehen Kreativität und Spaß an der aktiven Radioarbeit. Ihr bekommt Einblicke in die Welt des Freien Radios Wüste Welle, die basisdemokratische Organisationsform und wie das alles im Einzelnen funktioniert. Ihr erhaltet eine Einführung in die Bedienung der Reportagesets und werdet sofort aktiv als rasende Reporter, die am Ende des Workshops einen eigenen Beitrag als fertiges Produkt produziert haben werden.

Do 6.10., 10-12 & 13-16 Uhr, Hechinger Str. 203

http://www.wueste-welle.de/Anfahrt.html

 

Landeszentrale für politische Bildung teammeX (Praxisworshop) Argumentationstraining „Kompetent gegen rechte Sprüche!“

Was tun gegen abwertende Parolen im Alltag? In spielerischen Modellsituationen wird die eigene Reaktions- und Argumentationsfähigkeit geübt und ausgebaut. Menschenverachtende Argumente, politische (Pseudo-)Erklärungen und populistische Sprüche werden auf ihre emotionale Basis, ihre Wirkung und ihre inhaltliche Bezugnahme überprüft und Gegenstrategien erprobt. Neben den eigenen Stärken werden auch die Grenzen der Wirkungsmöglichkeit eines kommunikativen Engagements aufgezeigt. Das Training informiert über und sensibilisiert für menschenverachtende Einstellungen, Diskriminierung und ungleiche Chancen in der Gesellschaft. Es vermittelt Strategien für zivilcouragiertes Verhalten in der Konfrontation mit rechten Parolen und Vorurteilen und bietet Raum, um diese einzuüben. Je nach Zielgruppe bietet die Fortbildung eine zielgruppenspezifische Rollen- und Situationsanalyse.Die Inhalte sind in drei Modulen organisiert:

•    Diskriminierung &Vorurteile –was hat das mit mir zu tun?

•    Menschenverachtende Einstellungen –Ein Phänomen der Extreme?

•    Was tun? Handlungs-und Argumentationstraining

Das Training richtet sich an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Jugend- und Bildungsarbeit, an Menschen, die mit Geflüchteten arbeiten, Mitarbeitende der Kommunalverwaltung und andere Interessierte. Rollenspiele, interaktive Workshop-Elemente und Vortragseinheiten wechseln sich ab.

 

VAUDE (Exkursion) Das nachhaltige Firmenkonzept von VAUDE

Bei dieser ganztägigen Exkursion wird der Outdoor-Artikel-Hersteller VAUDE besichtigt. Seit 2001 arbeitet VAUDE mit dem strengen Umweltstandard bluesign®, der die gesamte textile Wertschöpfungskette kontrolliert. Außerdem wurde das Familienunternehmen als erstes Outdoor-Unternehmen nach EMAS öko-zertifiziert und erstellt jährlich die Gemeinwohl-Bilanz der Gemeinwohlkökonomie-Bewegung. Ziel ist es, auch in Zukunft die Umweltleistung zu verbessern und die gesamte Produktpalette Schritt für Schritt maximal umweltfreundlich herzustellen. Welche Schritte das konkret vorsieht, welche Erfolge bisher erzielt wurden und welche aktuellen Herausforderungen bestehen, soll bei einer Führung durchs Unternehmen hautnah erlebbar werden.
Die Anreise erfolgt per Bahn. Es bietet sich an, das Semesterticket im Vorhinein zu kaufen (hier erhältlich), da die Fahrt dann kostenlos ist. Über die genaue Abreise (ca. 8 Uhr, Hbf Tübingen) wird zeitnah informiert.

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